Online:„Wer hält eigentlich die, die alle anderen halten?“

Wann

18.11.2026    
16:00 – 19:00

Buchungen

€50,00

Wo

Online
Online, Microsoft Teams

Veranstaltungstyp

Psychische und emotionale Belastung pädagogischer Fachkräft

Pädagogische Fachkräfte begleiten Kinder durch ihre Gefühle, geben Sicherheit, fangen auf, trösten, regulieren, führen Gespräche mit Eltern, unterstützen Familien und versuchen gleichzeitig, den Bedürfnissen einer ganzen Kindergruppe gerecht zu werden.

Sie tragen Verantwortung. Jeden Tag.

Doch wer hält eigentlich die, die alle anderen halten?

Der pädagogische Alltag hinterlässt Spuren. Manche Situationen beschäftigen uns noch lange nach Dienstschluss. Ein Kind, um das wir uns Sorgen machen. Ein schwieriges Elterngespräch. Ein Konflikt im Team. Personalmangel. Zeitdruck. Ein Kinderschutzfall. Das Gefühl, nicht allen Kindern gerecht werden zu können. Oder einfach ein Tag, an dem alles ein bisschen zu viel war.

Professionalität bedeutet nicht, dass uns all das nicht berühren darf.

Im Gegenteil: Beziehung ist ein wesentlicher Teil pädagogischer Arbeit – und Beziehung berührt.

In dieser Fortbildung richten wir den Blick deshalb einmal ganz bewusst auf jene Menschen, die im pädagogischen Alltag häufig zuletzt an sich selbst denken: auf die pädagogischen Fachkräfte.

Wir beschäftigen uns damit, welche emotionalen Belastungen dieser Beruf mit sich bringen kann, warum manche Situationen besonders nahegehen und wie es gelingen kann, mitfühlend und engagiert zu bleiben, ohne sich selbst dabei aus dem Blick zu verlieren.

Dabei geht es nicht darum, noch besser zu funktionieren.

Es geht darum, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, Belastungen frühzeitig zu erkennen, Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört, und Strategien zu entwickeln, die im echten pädagogischen Alltag auch tatsächlich Platz haben.

Inhalte der Fortbildung

  • Emotionale Belastungen im pädagogischen Alltag erkennen
  • Warum uns manche Kinder und Situationen besonders berühren
  • Zwischen Empathie, Verantwortung und Abgrenzung
  • Eigene Grenzen wahrnehmen und ernst nehmen
  • Wenn Gedanken nach Dienstschluss weiterarbeiten
  • Schwierige Gespräche und Konflikte nicht mit nach Hause nehmen
  • Der Umgang mit belastenden Situationen und Kinderschutzfällen
  • Hilflosigkeit, Ohnmacht und das Gefühl „Ich kann nicht genug tun“
  • Hohe eigene Ansprüche und der Wunsch, allen gerecht zu werden
  • Eigene Trigger und persönliche Belastungsgrenzen erkennen
  • Nähe und professionelle Distanz
  • Verantwortung übernehmen – ohne alles zu tragen
  • Psychohygiene und Selbstfürsorge, die im Alltag wirklich möglich sind
  • Die Bedeutung von Team, Austausch und Supervision
  • Kleine Strategien zur emotionalen Entlastung
  • Wann Unterstützung notwendig und sinnvoll ist

Neben fachlichem Input bietet die Fortbildung ausreichend Raum für Selbstreflexion, Austausch und Situationen aus dem eigenen pädagogischen Alltag.

Denn vielleicht müssen wir nicht lernen, weniger zu fühlen.

Vielleicht müssen wir lernen, besser auf uns selbst zu achten, während wir für andere da sind.

Ziel der Fortbildung

Die Teilnehmer:innen sollen ihre eigenen Belastungsfaktoren bewusster wahrnehmen, persönliche Grenzen erkennen und Möglichkeiten kennenlernen, mit emotional herausfordernden Situationen professionell und gleichzeitig selbstfürsorglich umzugehen.

Denn langfristig gute pädagogische Arbeit braucht nicht nur Fachwissen und Engagement.

Sie braucht Fachkräfte, die auch sich selbst im Blick behalten.

„Professionelle Nähe bedeutet nicht, dass uns nichts berühren darf. Sie bedeutet, zu lernen, mit dem umzugehen, was uns berührt.“

 

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